Dienstag, 23. Juli 2013

Grüne Plakette für unsere Kreuzfahrtschiffe

Auf der Windschutzscheibe im Auto, zumeist links unten, da klebt sie: die Umweltplakette. Hat sie die Farbe Grün, können wir ohne Probleme in die Innenstädte jeder deutschen Stadt einfahren. Was in Deutschland für Autos seit einigen Jahren Normalität ist, wird ab 2015 auch für die Kreuzfahrtschiffe aktuell. Nun wird ein Kreuzfahrtschiff nicht versuchen eine deutsche Innenstadt anzufahren, aber will es in die ab 2015 geltenden Umweltzonen (ECA) einfahren, sind einige Regeln einzuhalten.

Neue Umweltnormen mit strengeren Grenzwerten für Schadstoffe treten stufenweise 2015 und 2020 für Kreuzfahrtschiffe in Kraft. So ist in der Nord- und Ostsee statt 1 % Schwefel in den Abgasen dann nur noch 0,1 % erlaubt. Bereits seit 2011 ist fast die ganze nordamerikanische Küste eine Emission Control Area (ECA), eine Umweltzone auf See. Um in diese Bereiche einfahren zu können, müssen die Schiffe zukünftig diese Grenzwerte einhalten. Wären sie also ein Auto, bräuchten sie eine grüne Plakette.

Eine Lösung für Kreuzfahrtschiffe sind moderne Abgasreinigungssysteme, die sogenannten Scrubber, die sowohl Schwefeloxide als auch Ruß und Feinstaubpartikel aus den Schiffsabgasen herausfiltern. Die ersten serienmäßig mit Scrubbern ausgestatteten großen Kreuzfahrtschiffe werden die drei Schiffe der Quantum-Klasse von Royal Caribbean sein, die wir innerhalb der nächsten drei Jahre abliefern werden. Und auch die zwei neuen Schiffe für Norwegian Cruise Line, die wir 2016 und 2017 an die Reederei abliefern, werden mit diesen innovativen Abgasfilteranlagen ausgestattet.
 
Die Schiffe der Breakaway Plus-Klasse für die Reederei Norwegian Cruise Line
werden mit innovativen Abgasreinigungssystemen ausgestattet.

Scrubber-Systeme funktionieren nach einem relativ einfachen Grundprinzip: Die Abgase werden mit dem salzigen Meerwasser besprüht, was eine chemische Reaktion auslöst, die insbesondere Schwefeloxide bindet. Beim Betrieb als geschlossenes System kommt Süßwasser zum Einsatz. Hier wird dem Wasser Natriumhydroxid zugesetzt und löst so ebenfalls die chemische Reaktion aus. Schwefeloxide und Feinstaubpartikel werden gebunden.

Auf hoher See kann mit dem offenen System gearbeitet werden. Dabei wird das Meerwasser zunächst gereinigt und dann ins Meer zurückgeleitet. Auch hierfür gibt es entsprechende Auflagen und Grenzwerte. Die herausgefilterten Schadstoffe werden entsprechend des internationalen Seerechts fachgerecht an Land entsorgt.

Im geschlossenen Kreislauf wird das Abwasser gereinigt ins Meer zurückgeleitet oder wiederverwendet. Vor allem in Häfen und in Küstennähe wird beim geschlossenen System das Wasser wiederverwendet.

Von uns gibt es dafür ein großes Plus und eine symbolische grüne Plakette.

1 Kommentar:

Marco hat gesagt…

Finde ich einge sehr gute Idee, damit die Gewässer und deren Lebewesen auch in einem etwas saubererem Wasser Leben können. Auch für uns ist es angenehmer, denn egal wo ich schwimmen gehe, möchte ich ein sauberes "Meer" haben und nicht ein "verseuchtes" Wasser.

Wie sieht das denn aus mit Schlauchbooten? Müssen diese dann auch eine Plakette haben? Diese stoßen ja auch ziemlich viel Schadstoff aus und es ist immer recht unangenehmt wenn so ein Schlauchboot am Strand startet.