Donnerstag, 3. April 2014

Warum eigentlich kein Stapellauf?


Bei der Papenburger MEYER WERFT lief nur ein einziges Kreuzfahrtschiff im eigentlichen Sinne des Wortes „vom Stapel“: die 1986 fertiggestellte Homeric war das erste hier gebaute Kreuzfahrtschiff und gleichzeitig das letzte Schiff, das das Spektakel eines traditionellen Stapellaufes erlebte.

Schon im Folgejahr wurde ein überdachtes Baudock, eines der größten weltweit, fertiggestellt. Seitdem können hier Schiffe unabhängig von der Wetterlage gebaut und ausgerüstet werden.  Zudem wird auf diese Weise ein riskantes Manöver im Schiffbau deutlich vereinfacht: die bei einem „echten“ Stapellauf auf das Schiff wirkenden Kräfte haben schon in vielen Fällen für Probleme gesorgt. Egal ob es sich um einen Längs- oder einen Querstapellauf (wie damals bei der Homeric) handelt,  das Umkippen auf der Rampe oder ein Versinken im Wasser sind Gefahren, die ein Stapellauf mit sich bringt.

Zu dem Anfang der Neunzigerjahre um 100 Meter verlängerten überdachten Trockendock (Halle 5)  kam 2002 ein weiteres Baudock, unsere Halle 6, hinzu. Nach Umbauarbeiten  im Jahr 2008 ist Halle 6 mit einer  Gesamtlänge von 504 Metern, einer Breite von 125 Metern und einer Höhe von 75 Metern mittlerweile eines der größten überdachten Baudocks der Welt. Dank dieser Ausstattung muss bei der MEYER WERFT kein Schiff mehr den riskanten Stapellauf durchleben.

Die Abmessungen der überdachten Baudocks auf der MEYER WERFT: 

Baudock I                                                    Baudock II 

Länge (Halle): 370,00 m                              Länge (Halle): 504,00 m 
Breite (Halle): 102,00 m                              Breite (Halle): 125,00 m 
Höhe (Halle): 60,00 m                                 Höhe (Halle): 75,00 m 
Länge (Dock): 358,00 m                               Länge (Dock): 482,00 m 
Breite (Dock): 40,00 m                                 Breite (Dock): 45,00 m 
 Krankapazität: 600 Tonnen                        Krankkapazität: 800 Tonnen

1 Kommentar:

Stefan Oltmanns hat gesagt…

Den Stapellauf habe ich damals als Kind gesehen und fand ihn sehr faszinierend und imposant. Habe dann auch vor 15 Jahren meine Ausbildung bei der Meyer Werft gemacht. Tolles Unternehmen, da zu arbeiten war noch faszinierender und imposanter. Bin dann zwar weg gegangen um weitere Erfahrungen zu sammeln, aber wer weis, vielleicht habe ich ja irgendwann nochmal die Chance an den Wunderwerken mitzuwirken.