Donnerstag, 2. April 2020

Coronavirus: Betriebsärztin der MEYER WERFT klärt auf

Wir haben mit unserer Betriebsärztin Dr. Birgit Krzemien über das Coronavirus gesprochen. Sie gibt Antworten auf die Fragen, die sie häufig erreichen.

Dr. Birgit Krzemien, Betriebsärztin der MEYER WERFT

Wie sind die Übertragungswege?

Das Coronavirus (SARS-CoV-2) wird vor allem durch direkten Kontakt zwischen Menschen (z.B. im Gespräch) durch kleine Tröpfchen übertragen. Ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen vermindert das Risiko einer Übertragung von SARS-CoV-2.
Es gibt derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen auf anderem Weg, etwa über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Da aber sogenannte Schmierinfektionen prinzipiell denkbar sind, ist die Händehygiene sehr wichtig (Händewaschen, Hände von Mund und Nase fernhalten, nicht in die Hände niesen oder husten).

Wie lange dauert es von der Ansteckung bis zum Auftreten von Symptomen?

Derzeit wird davon ausgegangen, dass es nach einer Ansteckung 1 bis 14 Tage dauern kann, bis Krankheitszeichen auftreten. Im Durchschnitt beträgt diese sogenannte Inkubationszeit 5 bis 6 Tage.

Wie ist der Krankheitsverlauf?

Als häufigste Krankheitszeichen werden Husten und Fieber berichtet. Es sind aber auch eine Reihe weiterer Krankheitszeichen wie Atemnot, Muskel- und Gelenkschmerzen, Halsschmerzen, Kopfschmerzen und Durchfall möglich.
Eine Infektion kann ohne Krankheitszeichen ablaufen, es sind aber auch Krankheitsverläufe mit schweren Lungenentzündungen mit Lungenversagen und Tod möglich. Am häufigsten (vermutlich mehr als 80 Prozent) sind jedoch milde Krankheitsverläufe.

Wie lange ist ein an Covid-19 Erkrankter ansteckend?

Nach derzeitiger Studienlage können vermehrungsfähige Viren in Abstrichproben vom Rachen bis zum vierten Tag nach Symptombeginn und in Proben aus den tieferen Atemwegen (Hustenauswurf) bis zum achten Tag nach Symptombeginn nachgewiesen werden.

Was passiert mit leichten Krankheitsverläufen?

Falls jemand positiv auf das Corona-Virus getestet wurde und kein Krankenhausaufenthalt aufgrund eines leichten Verlaufs bestand, wird frühestens 14 Tage nach Symptombeginn die vom Gesundheitsamt angeordneten häuslichen Quarantäne beendet. Voraussetzung dafür ist, dass der Betroffene mindestens zwei Tage zuvor symptomfrei war. Die Entlassung aus der Quarantäne erfolgt durch das Gesundheitsamt nach ärztlicher Rücksprache.

Wer wird auf SARS-CoV-2 getestet?

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat die Kriterien angepasst, nach denen Ärzte entscheiden sollen, welche Patienten auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 getestet werden sollen. Die entscheidende Änderung ist, dass, aufgrund der fortschreitenden Ausbreitung des Virus, der Aufenthalt in einem Risikogebiet als Kriterium wegfällt.
Prinzipiell gilt weiterhin, dass nur Patienten getestet werden sollen, die akute Symptome zeigen. Zusätzlich muss eines der folgenden Kriterien erfüllt sein:
  • Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall bis maximal 14 Tage vor Erkrankungsbeginn
  • Tätigkeit in Pflege, Arztpraxis oder Krankenhaus
  • Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe 
  • schwere Erkrankung ohne andere Diagnose 

Ist ein genesener Mitarbeiter, der wieder zur Arbeit erscheint, eine Gefahr für mich?

Das Gesundheitsamt als zuständige Behörde zur Verhinderung von Ausbrüchen von Infektionskrankheiten entscheidet bei jedem Covid-19 Erkrankungsfall, wie lange der Erkrankte in Quarantäne verbleiben muss. Die Quarantäne wird vom Gesundheitsamt erst dann aufgehoben, wenn der Erkrankte wieder genesen ist und keine Viren mehr ausscheidet, das heißt niemanden mehr anstecken kann.

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